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30 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Zivilgesellschaft nicht vergessen: Für die Stärkung des Ehrenamts und Engagements
Meldung
22.11.2021
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Ulrike Reichart

Leiterin Bündnis der Bürgerstiftungen Deutschlands

Haus Deutscher Stiftungen
Mauerstraße 93
10117 Berlin

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Offener Brief an die Koalitionsverhandler:innen

Unsere Engagementstrukturen sind reich an Möglichkeiten, um die Gesellschaft im Kleinen und Großen mitzugestalten und das nicht nur in Krisenzeiten.

Bislang sind weder die zivilgesellschaftlichen Leistungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt noch ihre innovativen Potenziale ausreichend anerkannt und gewürdigt worden. Für die zivilgesellschaftlichen Strukturen gab es während der Corona-Zeit auch keine politischen Gipfel und kein großes nationales Unterstützungsprogramm. In den bisherigen (Sondierungs-) Papieren spielt das Engagement keine (herausragende) Rolle.

30 Millionen Menschen, die alltäglich dazu beitragen, unser Zusammenleben freundlicher und demokratischer zu gestalten, sind vergessen worden. Sie brauchen für ihren Einsatz für das Gemeinwohl nicht nur Anerkennung und Sichtbarkeit, sondern auch gute Rahmenbedingungen.

Für die Förderung des Engagements und des Ehrenamts stehen unsere 2000 Einrichtungen, die sich über ihre Dachverbände im Netzwerk „Engagementförderung“ zusammengeschlossen haben:

  • Seniorenbüros
  • Selbsthilfekontaktstellen
  • Bürgerstiftungen
  • Mehrgenerationenhäuser
  • Freiwilligenagenturen

Wir fordern die zukünftige Bundesregierung auf, für die Zivilgesellschaft und die 30 Millionen Engagierten gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu zählen für uns:

  1. ein Hauptausschuss für Demokratie und Engagement im Bundestag
  2. eine zentrale Verankerung des Themenfeldes in der neuen Bundesregierung zum Beispiel durch eine:n
    Staatsminister:in im Bundeskanzleramt
  3. ein an die Themen und Herausforderungen der heutigen Zeit angepasstes Gemeinnützigkeitsrecht
  4. die Etablierung und Finanzierung von Dialogforen zwischen der organisierten Zivilgesellschaft, der Verwaltung und der Politik, um bessere strategische Kommunikations- und Arbeitsformate zu schaffen
  5. die Stärkung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt als Förderstiftung
  6. Verabschiedung einer gesetzlichen Grundlage zur dauerhaften Förderung von gemeinwohlorientierten
    Engagementstrukturen (z.B. Gesetz zur Förderung von Demokratie- und Engagementinfrastrukturen)

Bislang fehlt es an bundesweiten Kompetenzen, um eine nachhaltige kritische und soziale Infrastruktur vor Ort dauerhaft finanziell zu fördern. Denn nur mit stabilen Strukturen kann die Zivilgesellschaft auch in (zukünftigen) Krisensituationen innovativ, wirksam und teilhabeorientiert agieren. Auch nach der Pandemie steht unsere Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Ob Klimaschutz oder Migration, alles kann nur mit einer starken Zivilgesellschaft, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein demokratisches Gemeinwesen fördert, angepackt werden.

Das NETZWERK ENGAGEMENTFÖRDERUNG besteht aus den folgenden Organisationen: