1996/1997
Eine Idee entsteht
Die Entstehung der ersten Bürgerstiftungen in Deutschland bleibt mit zwei Namen verbunden: Dem des Unternehmers Reinhard Mohn und dem des Kriminologen Christian Pfeiffer. Beide ließen sich von der Idee der Community Foundations in den USA inspirieren und brachten die Idee einer Gemeinschaftsstiftung mit breitem Stiftungszweck nach Deutschland. So gründete Reinhard Mohn 1996 anlässlich seines 75. Geburtstags die Stadt Stiftung Gütersloh (heute Bürgerstiftung Gütersloh), ein Jahr später initiierte Christian Pfeiffer mit weiteren Gründungstifterinnen und -stiftern die Bürgerstiftung Hannover.
1999
Der „Arbeitskreis Bürgerstiftungen“ formiert sich
Als der Kreis der Bürgerstiftungen größer wurde, brauchten die Bürgerstifterinnen und Bürgerstifter bald einen Ort, an dem sie regelmäßig zusammenkommen und sich austauschen konnten. 1999 formierte sich im Bundesverband Deutscher Stiftungen der Arbeitskreis Bürgerstiftungen.
2000
Die „10 Merkmale einer Bürgerstiftung“ werden definiert
Die ersten Bürgerstiftungen definierten schon früh einen Kriterienkatalog, welcher die Werte und Eigenschaften dieser Stiftungsform beschreibt. Auf dieser Grundlage, den sogenannten "10 Merkmalen", vergibt der Bundesverband das Gütesiegel für Bürgerstiftungen.
2001
„Initiative Bürgerstiftungen“ - Die Bewegung organisiert sich
Die Initiative Bürgerstiftungen entstand als gemeinsames Vorhaben mehrerer Stiftungen und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, um die noch junge Bürgerstiftungsbewegung bundesweit zu fördern, Gründungsinitiativen zu beraten und Bürgerstiftungen zu vernetzen und fungierte als Kompetenzzentrum für Bürgerstiftungen in Deutschland. 2018 wird sie umbenannt in „Bündnis der Bürgerstiftungen Deutschlands“.
2003
Das Gütesiegel für Bürgerstiftungen
In diesem Jahr findet erstmals die Verleihung des Gütesiegels des Bundesverbands Deutscher Stiftungen an 36 Bürgerstiftungen statt. Das Gütesiegel für Bürgerstiftungen ist ein Qualitätsmerkmal, das eine Bürgerstiftung als unabhängig, transparent und offen für alle auszeichnet. Es wird an Bürgerstiftungen verliehen, die den „10 Merkmalen“ einer Bürgerstiftung entsprechen.
2006
Eine Gründungswelle rollt durch das Land
Das Jahr bringt einen neuen Rekord: 56 Bürgerstiftungen werden gegründet, so viele wie nie zuvor. Die Gesamtzahl der Bürgerstiftungen steigt damit auf 197. Sechs Jahre nach Einführung der 10 Merkmale konnte bereits die 100. Bürgerstiftung mit dem Gütesiegel ausgezeichnet werden.
2010
Zehn Jahre 10 Merkmale
Zehn Jahre nach der Verabschiedung der 10 Merkmale haben sie sich als bundesweiter Qualitätsstandard etabliert. Rund 200 Bürgerstiftungen tragen inzwischen das Gütesiegel. Es gibt Bürgerstiftungen ein gemeinsames Profil und schafft Vertrauen bei Stifterinnen, Spendern und Ehrenamtlichen.
2015
Gemeinsam für Integration
Viele Bürgerstiftungen engagieren sich für geflüchtete Menschen und fördern Begegnung, Sprachvermittlung und Integration. Sie zeigen, wie schnell und wirksam lokales Engagement auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren kann.
2018
Die „Selbstverpflichtung für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt!“
Um ein klares Zeichen für Toleranz und ein friedfertiges Miteinander zu setzen, hat das Bündnis der Bürgerstiftungen Deutschlands die Selbstverpflichtung "Für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt!" erarbeitet. Mit der Unterzeichnung der Selbstverpflichtung möchten die beteiligten Bürgerstiftungen ein Zeichen setzen für ein buntes und tolerantes Deutschland. Sie verstehen die Verpflichtung als Arbeitsauftrag, jene Überzeugungen im Alltag umzusetzen und in die Bürgerstiftungsarbeit hineinzutragen.
2019
Bürgerstifterinnen und -stifter werden ausgezeichnet
Die Überzeugung, dass Bürgerstiftungen die Stiftungsform der Zukunft sind, teilen zu diesem Zeitpunkt über 30.000 Engagierte in rund 400 Bürgerstiftungen. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen würdigte das Engagement aus der Mitte der Gesellschaft und verleiht den Deutschen Stifterpreis 2019 - den höchsten Preis im Stiftungswesen - an alle 30.000 Bürgerstifterinnen und -stifter.
2021
Bürgerstiftungen trotzen Pandemie
Die Bürgerstiftungen wachsen weiter und dass trotz der Corona-Pandemie, Krisen und anhaltend niedriger Zinsen. Seit ihren Anfängen in Deutschland vor 25 Jahren liegt ihr Stiftungskapital erstmals bei mehr als einer halben Milliarde Euro. Auch Spendeneinnahmen und Projektfördermittel sind im Vergleich zur letzten Befragung 2019 gestiegen. So haben Bürgerstiftungen in den Jahren ihres Bestehens insgesamt 173 Mio. Euro Spenden eingeworben und gemeinnützige Projekte mit rund 210 Mio. Euro unterstützt.
2022/2023
Demokratie stärken
Angesichts wachsender gesellschaftlicher Polarisierung rückt die Stärkung der Demokratie noch stärker in den Fokus der Bürgerstiftungen. Mit Aktionen rund um die Selbstverpflichtung für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt setzen viele Bürgerstiftungen ein sichtbares Zeichen für eine offene Gesellschaft. Demokratie wird zu einem Querschnittsthema ihrer Arbeit – in Projekten, Begegnungsformaten und ihrem Engagement vor Ort.
2023/2024
Klimaschutz und Bürgerstiftungen
In Partnerschaft mit der Stiftung Mercator geht es in diesen Jahren um den Klimaschutz: Wissensaufbau, Vernetzung und die Motivation, sich einer internationalen Philanthropischen Klimabewegung anzuschließen.
2026
Gemeinschaft braucht Orte
Bürgerstiftungen verstehen sich zunehmend als Ermöglicher von Begegnung und Beteiligung. Sie schaffen und beleben sogenannte Dritte Orte – Räume außerhalb von Familie und Arbeitsplatz, an denen Menschen zusammenkommen, sich austauschen und Verantwortung übernehmen können. Damit wird die Förderung solcher Orte zu einem gemeinsamen Zukunftsthema der Bürgerstiftungsbewegung und prägt auch den Bürgerstiftungskongress 2026.