Impfterminservice für Senior*innen
Alternativtext
© Urschelstiftung

Urschelstiftung

Bundesland
  • Baden-Württemberg
Themen
  • Gesundheitspflege
Aufwand
1
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4
5

Bewertung: 5 von 5

Zielgruppe
  • Senior*innen
Ansprechpartner

Werner Baumeister (stv. Sprecher der Urschelstiftung)

0157 569 923 73

info@urschelstiftung.de

Projektidee

Mit Beginn der Corona Impfungen stellte sich das Anmeldeverfahren für die Zielgruppe der Menschen Ü-80 in vielen Fällen als unüberwindbares Hindernis heraus. Viele der betagten Menschen sind mit dem Internet nicht vertraut, haben keinen Zugriff, kein Handy und keinen E-mail-Account.
Auch für die Personen mit dieser Ausstattung war es in vielen Fällen unmöglich, einen Termin zu buchen. Die Bedienung des Internetportals mit der Generierung eines Verifizierungscodes und eines Verrmittlungscodes gestaltete sich für diese Altersgruppe äußerst schwierig. Selbst nach Überwindung dieser Hürden konnte meist kein Termin gebucht werden, weil es an Impfstoff fehlte und dieser Zustand immer noch anhält. Auch die Hotline 116117 war insbesondere zu Beginn häufig dauerbelegt und ein Eintrag in die Warteliste bleibt bis heute in den meisten Fällen ohne Erfolg.
Aufgrund dieser Problematik beschloss der Arbeitskreis Altenhilfe der Urschelstiftung zusammen mit dem Stadtseniorenrat Nagold, die betagten Menschen bei der Buchung der Impftermine zu unterstützen. Ebenso wurden Budgetmittel der Urschelstiftung bereit gestellt, um Menschen, die nicht selbst zum Impfzentrum fahren konnten, eine Taxifahrt dorthin zu bezahlen.
Eine Projektgruppe aus sieben Personen von Urschelstiftung und Stadtseniorenrat bildete die "Taskforce Impfterminservice". Das Bürgerzentrum der Urschelstiftung stellte die Hotline-Rufnummer und die Räumlichkeiten zur Verfügung.
Das Projekt wurde im Amtsblatt der Stadt Nagold und in den Gemeindeblättern der Stadtteile kommuniziert mit dem Hinweis, dass die Hotline jeden Montag von 14:00 bis 17:00 Uhr Anrufe entgegennimmt. Projektstart war der 18.1.2021, einen Tag vor dem offiziellen Beginn der Impfkampagne im Landkreis Calw.

 

Projektbeschreibung

Ziel der Projektgruppe war es, für möglichst viele Menschen Ü-80 und möglichst schnell Impftermine in den umliegenden Impfzentren zu buchen.
Ab Montag, den 18.01.21, traf sich die Projektgruppe im Bürgerzentrum der Urschelstiftung zum ersten Mal, um die Anrufe entgegenzunehmen. Die Resonanz war riesig. Das Prozedere wiederholte sich nun jede Woche. Bislang wurden über 250 Anträge gestellt. Die buchungsrelevanten Daten wurden aufgenommen und am Ende des Tages auf die Projektbeteiligten verteilt.
Jedes Projektgruppenmitglied versuchte nun im Laufe der Woche die Buchungsaufträge abzuarbeiten.
Die Projektgruppe war über Whatsapp untereinander vernetzt und informierte sich gegenseitig wenn es freie Impftermine gab. Dies führte dazu, dass nahezu rund um die Uhr gearbeitet wurde, um neu eingestellte Termine nicht zu verpassen. Grundsätzlich war es eine Dauerbereitschaft aller Beteiligten. Nach erfolgreicher Buchung eines Termins wurden die Antragsteller telefonisch informiert. Die Buchungsunterlagen wurden ausgedruckt und den Betroffenen vorbeigebracht. Dabei konnten noch vertiefende Auskünfte gegeben werden, um den betagten Menschen Sicherheit zu vermitteln.
Bis heute konnten auf diese Weise über 230 Personen Impftermine verschafft werden. Wir gehen davon aus, dass wir für rund 30 % der in Nagold bislang Ü- 80 geimpften Personen Termine beschaffen konnten.

Finanzierung

Die anfallenden Kosten übernimmt  der Corona Sozialfonds der Urschelstiftung.

Aufwand

Es sind sieben Personen beteiligt, die seit dem 18.1.2021 bis dato sieben Tage die Woche versuchen Termine buchen. Der meiste zeitliche Aufwand besteht darin, im System freie Impftermine ausfindig zu machen.

Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

Die Vernetzung der Projektgruppe und der Lernprozess im Laufe der Zeit bei sich ständig ändernden Rahmenbedingungen der Buchungsmöglichkeiten ermöglichte es, sich schnell auf unterschiedliche Gegebenheiten im Impfbuchungssystem einzustellen. Flexibilität war gefordert, Schnelligkeit bei sich ergebenden Buchungsmöglichkeiten schaffte Buchungsvorteile. Das Buchungssystem lief erfreulicherweise durchgängig stabil.

Die größte Herausforderung besteht im Mangel an Impfstoff.  Es ist der Kampf um die wenigen Termine.
Solange nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, geht das Ringen um die Impftermine weiter.