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Arbeitskreis Bürgerstiftungen

Arbeitskreis Göttingen

 

     

    Arbeitstreffen, Erfahrungsaustausch und Fortbildung

     

    Der Arbeitskreis sieht sich als Netzwerk und Forum für Gütesiegel-Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen. Hier werden die Themen diskutiert, die Bürgerstiftungen bewegen. Neben der Gelegenheit zum persönlichen Austausch erhalten Bürgerstiftungsakteure fachliche Inputs und Fortbildungen. Außerdem können sie ihre Projekte präsentieren. Der Arbeitskreis tagt zweimal jährlich - im Frühjahr im Rahmen des Deutschen StiftungsTages und beim Bürgerstiftungskongress im Herbst.

     

    Im Jahr 2000 formulierte der Arbeitskreis, gegründet 1999, die „10 Merkmale einer Bürgerstiftung“, die die meisten Bürgerstiftungen bei ihrer Gründung als Richtlinie heranziehen und deren Erfüllung Voraussetzung für die Verleihung des Gütesiegels ist.

    Bürgerstiftungskongress 2018

    Qualifizierung


    Den Auftakt am Freitag ab 13 Uhr bilden Inputs zu verschienden aktuellen Stiftungsthemen wie Datenschutz, Rücklagenbildung oder Rechte von Ehrenamtlichen.

     

     

    Wie halten es die Bürgerstiftungen mit der Demokratie?

     

    Der Samstag steht unter der Überschrift "Wie Bürgerstiftungen Demokratie denken, gestalten, leben". Bürgerstiftungen verstehen sich als Elemente einer selbstbestimmten Bürgergesellschaft. Sie wollen Verantwortung für das Gemeinweisen vor Ort übernehmen und einen relevanten Beitrag zur Gestaltung des gesellschaftlichen Miteinanders leisten.

    • Was bedeutet überhaupt "Gesellschaft" und wie wollen wir in der Gesellschaft miteinander umgehen?
    • Wie offen soll sich eine Gesellschaft gegenüber Veränderungen aufstellen?
    • Welche Datengrundlage benötigen Bürgerstiftungen, um über die "Gesellschaft vor Ort" informiert zu sein und passgenaue Projekte entwickeln zu können?
    • Welche rechtlichen Handlungsmöglichkeiten eröffnet die kommunale Gesetzgebung für unmittelbare Gestaltungsmöglichkeiten?
    • Welche Projekte setzen Bürgerstiftungen bereits jetzt im Interesse einer partizipativen Gesellschaft um?
    • Wie demokratisch sind Bürgerstiftungen aufgestellt und welche Beteiligungsmöglichkeiten "leben" sie?

    Hinweise

    • Termin: 14. und 15. September 2018
    • Ort: Rathaus Neuss, Markt 2, 41460 Neuss
    • Anmeldung: Online ab Mitte Juni nach dem Versand der Einladungen (inkl. Hinweisen zu Hotelkontigenten und ausführlichem Programm)

     

    Dank

    Wir danken der Bürgerstiftung Neuss und der Stadt Neuss für ihre Gastfreundschaft!

    Bürgerstiftungskongress 2017

    Beim Bürgerstiftungskongress 2017 in Göttingen standen die Finanzen der Bürgerstiftungen im Mittelpunkt: Wie gehen Bürgerstiftungen mit der Niedrigzinsphase um? Gibt es bei den Finanzen Unterschiede zu den anderen Stiftungen? Über wie viel Geld verfügen Bürgerstiftungen? Wie legen sie ihr Stiftungsvermögen an?

     

    Grundlage für die Diskussionen war der Stiftungsfokus Nr. 12, welcher die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage zusammenfasst und erläutert.

     

    Von einigen Veranstaltungen (BarCamps und Workshops) liegen die Präsentationen und Zusammenfassungen vor. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Katharina Lippold-Andrae - wir schicken Ihnen diese dann gerne per Mail!

    Deutschen StiftungsTag 2017: Lebenslanges Lernen

    Wer war die Person, nach der eine Straße benannt ist? Wie singt und tanzt man Obstsalat? Was müssen Mentoren für Geflüchtete wissen? Wieso falten Schüler Seerosen aus Servietten? Weshalb passt der Tetraeder in den Würfel? Und warum sollten Bürgerstiftungen sich vernetzen? Das und mehr lernten die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Veranstaltung des Arbeitskreises Bürgerstiftungen beim Deutschen StiftungsTag am 18. Mai 2017 in Osnabrück. "Lebenslange Bildung – live" lautete der Titel der Veranstaltung, bei der fünf Bürgerstiftungen ganz praxisnahe Einblicke in ihr Engagement für Bildung in verschiedenen Lebensphasen gaben. "Keine Angst vorm Mitmachen", begrüßte Axel Halling von den Bürgerstiftungen Deutschlands, der die Veranstaltung moderierte. "Bürgerstiftungen können alles – und Bürgerstifterinnen und Bürgerstifter können auch alles."

    Impressionen aus Osnabrück prev 1 / next

    Von Tetraedern und sprechenden Lego-Tierchen


    Den ersten Einblick in die Praxis gab Berthold Kirst von der Bürgerstiftung Lilienthal. Mit der Miniphänomenta und "Mathematik zum Anfassen" begeistert die Bürgerstiftung Kinder für Naturwissenschaften. Einige Stationen hatte Kirst mitgebracht. Die erste: Ein Tetraeder und ein Würfel aus Holz, die durch geschicktes Drehen ineinander geschoben werden können. Mit einem Metallröhrchen und Magneten, die durch dieses ganz langsam hindurch fallen, erklärte Kirst die Wirbelsturmbremse. Und er ließ ein von Kindern gebautes und programmiertes Lego-Tierchen durch den Saal laufen und sprechen. "Die Kinder sind so fasziniert, dass sie mehr machen wollen", sagte Kirst. "So versuchen wir sie für Naturwissenschaften zu begeistern."

     

    Aus Servietten werden Seerosen


    Bildung in der zweiten Lebensphase stellte Ullrich Höft von der Stadtteil-Stiftung Hemelingen vor.  Diese organisiert für Jugendliche die Ausbildungsmesse "PrakTISCH", bei der Schüler in einem Erfahrungsparcours testen können, welche Berufe und Branchen ihnen liegen. "Wir wollten das anders machen als übliche Messen. Bei uns bauen die Unternehmen Übungsstände auf. Und die Schüler können einen kleinen Teil der Dinge, die sie in der Ausbildung lernen, ausprobieren – zum Beispiel einen Tisch richtig einzudecken", sagte Höft. Wie man Servietten richtig faltet, übte er gemeinsam mit Katharina Lippold-Andrae von den Bürgerstiftungen Deutschlands und dem Publikum. Zunächst die Ecken der Serviette zur Mitte gefaltet, entstand nach 15 Schritten eine Seerose.

     

    Viel zu lernen gibt es auch in der dritten Lebensphase – dem Erwachsenenalter. Zum Beispiel braucht Vorwissen, wer sich engagieren möchte. Wie das Projekt "Bürgerstiftungen stiften Patenschaften" bei der Bürgerstiftung Duisburg organisiert wird, wie die Engagierten von der Bürgerstiftung begleitet werden und wie die Sensibilisierungsgespräche für Mentoren ablaufen, das erklärte Tobias Stein von der Bürgerstiftung Duisburg.
    Über Probleme mit Bürokratie, Pünktlichkeit und den Umgang mit traumatischen Erfahrungen sprach Stein. "Setzen Sie Ihre eigenen Grenzen. Sagen Sie, was Ihnen wichtig ist", rät er den Engagierten. Auch innerhalb der Patenschaften gebe es viel zu lernen, nicht nur für die Neuangekommenen, auch von ihnen. "Es ist eine Chance von diesen Menschen etwas zu lernen, was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt."


    Ein zweites Projekt für Bildung im Erwachsenenalter stellte Ulrike Rühlmann von der Bürgerstiftung Halle vor. Sie brachte ein Straßenschild mit – mit Zusatzinformation. 145 Straßenschilder tragen in Halle dank der Bürgerstiftung inzwischen Informationen über die Personen, nach denen die Straßen benannt sind. Und auch in anderen Städten hat das Projekt "Bildung im Vorübergehen" inzwischen Nachahmer.

     

    Mango, Kiwi und Banana


    Aktiv werden durften die  Veranstaltungsteilnehmer bei der Bildung in der letzten Lebensphase, dem Seniorenalter. Stefan Oechsle von der Bürgerstiftung Düsseldorf stellte die Seniorenkonzerte vor. Der von ihm organisierte Chor trifft sich wöchentlich zum Proben und tritt in Seniorenheimen und zu Veranstaltungen auf. 110 Senioren sind angemeldet, die Warteliste ist voll. Die Begeisterung für das Singen – deutsche Lieder, Schlager, Evergreens – steht im Mittelpunkt. Aber auch Neues wird erarbeitet. Der Fruit-Song zum Beispiel, der die Düsseldorfer Senioren begeistert und den Oechsle mit dem Publikum einstudierte. "Mango, Mango, Mango. Kiwi, Kiwi, Kiwi. Ananas. Banana", sangen die Bürgerstiftungsakteure also, tanzten dazu nach links und rechts, warfen die Hände in die Höhe.

     

    Gössling: Bürgerstiftungen können viel für Bildung im Alltag tun


    "Wow", rief Dr. Bernd Gössling, Erziehungswissenschaftler an der Universität Osnabrück, begeistert. In seinem Statement ordnete er die praktischen Beispiele ein. Er unterschied zwischen formalem Lernen in Schulen und Universitäten mit festem Ort und Stundenplan und informellem Lernen, das sozial eingebettet ist. Der Chor in Düsseldorf oder die Straßenschilder in Halle seien "informelles Lernen par exellence." Es gelte "Alltagsdinge lernförderlicher zu gestalten", so Gössling. "Hier können Bürgerstiftungen viel machen."


    Zum Abschluss der anschließenden Fragerunde appellierte Marie Luise Stoll-Steffan, stellvertretende Leiterin des Arbeitskreises Bürgerstiftungen, an alle Bürgerstiftungsakteure zur Zusammenarbeit. "Wenn wir uns noch mehr vernetzen, können wir auch noch mehr voneinander lernen."

     

    Kontakt

    Bild Katharina Lippold-Andrae

    Katharina Lippold-Andrae
    Referentin BürgerstiftungsWerkstatt

    Tel.: (030) 89 79 47-92

    Fax: (030) 89 79 47-91

     
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